Wie wirkt Akupunktur?

Der große Dank gehört den chinesischen Ärzten, die vor etlichen tausend Jahren entdeckt haben, dass den Leidenden mit Nadeleinstichen am Körper geholfen werden kann.fotos-079

Die Ärzte von damals hatten keine bildgebenden oder anderen, heute selbstverständlichen Verfahren zur Diagnostik und Therapie, deswegen haben sie sich sehr viel mit dem Patient selbst beschäftigt: durch Hören, Beobachten, Abtasten, Riechen und langes Nachdenken.

Wenn auch die von ihnen stammenden Erklärungen über die Wirksamkeit der Akupunktur heute von den Schulmedizinern zu Recht angezweifelt werden, es gibt dennoch sehr viele Beobachtungen, die mit dem jetzigen Wissen übereinstimmen.

Ich behaupte: Eine Nadel, eingesetzt am richtigen Punkt, wirkt!

Ohne zu sehr in Materie einzusteigen, berichte ich über meine Beobachtungen aus der täglichen Praxisarbeit über die Wirkungsweise, die ich selber nachvollziehen kann:

Ein präzis geführter Einstich führt zum „Entladen“ der gereizten nervalen Rezeptoren. Deshalb fühlt sich die behandelte Stelle kurz danach nicht mehr so empfindlich an. Parallel bessert sich die Durchblutung im Beschwerdebereich: die erweiterten Arterien spühlen mehr frisches Blut durch die entzündlichen Gewebe, die sich anschließend längere Zeit angenehm warm anfühlen. Durch die Normalisierung des Tonus der venösen Gefäße bildet sich die Schwellung zurück. Diese Wirkmechanismen zeigen sich sofort, die weitere Nadelexposition entwickelt eine zunehmend positive Reaktion. Die Akupunktur ist eine nebenwirkungsfreie Methode und von oberflächlichen (2mm tief) Nadeleinstichen geht keine Verletzungsgefahr aus.

praxis-38Ein weiterer wichtiger Aspekt der Akupunktur ist die Stahlnadel, die in den Geweben wirkt wie ein Fremdkörper auf den gesamten Organismus. Zahlreiche Abwehrzellen werden zu diesem Ort geschickt um den Eindringling zu vertreiben. In der Medizin heißt es unspezifische Abwehr (angeborene Immunantwort). Wenn die Nadeln nach 20 bis 30 Minuetn entfernt werden, bleiben Gewebeverletzungen durch den Einstich und eine Ansammlung von Abwehrzellen. Die Letzteren sorgen für die Freisetzung von wichtigen entzündungshemmenden Mediatoren, die verletzte Gewebe wieder herstellen sollen. Wenn eine Nadel also genau im Ort der maximalen Entzündungsreaktion gesetzt wird, werden sich die freigesetzten Heilungssubstanzen auch automatisch um die Störung kümmern, die aktuell für die Beschwerden verantwortlich ist.

Die dritte Wirkungsweise zeigt sich im Lauf der weiteren Akupunktursitzungen. Jeder nervale Rezeptor in der Peripherie (Haut, Schleimhaut) hat an seinem anderen Ende eine Verbindung zum zentralen Nervensystem. Durch den wiederholten Nadeleinstich entstehen auch im Gehirn Veränderungen, es kommt zur Bildung von Glückshormonen. Dies hat eine psychische Ausgeglichenheit zur Folge.

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